Der Ruf des Kuckucks, Robert Galbraith aka J. K. Rowling

Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith
Der Ruf des Kuckucks, Robert Galbraith, Blanvalet Verlag

Ich muss zugeben, meine Erfahrung mit Detektiven beschränkt sich auf eine Miss Marple-Lesephase in meiner frühen Jugend, der Fernsehserie »Magnum« mit Tom Selleck in der Hauptrolle und die schwarz-weiße Kriminalkomödie »Der Dünne Mann« aus den 30er Jahren. Meine Motivation dieses Buch zu lesen liegt also nicht in meiner Eigenschaft als Detektivfan begründet, sondern ich war neugierig, wie sich Frau Rowling abseits der Fantasyliteratur schlägt.

Ich muss sagen: Gar nicht mal so schlecht.

Der Detektivroman, in dem der Exsoldat mit Holzbein, Cormoran Strike, den angeblichen Selbstmord des Models Lula Landry untersucht, ist ein Whodunit (Wer wars?) -Krimi wie aus dem Lehrbuch. Handwerklich einwandfrei, wie man so schön sagt.

1. Der Mord geschieht in einem sogenannten geschlossenen Raum. In diesem Fall die Wohnung des Models.

2. Der Verstand und die Cleverness des Detektivs wird herausgefordert.

3. Der Detektiv und der Leser lösen das Rätsel um die Wette.

4. Der Detektiv berät sich mit einer sogenannten Watson-Figur (meist ein Freund oder Kollege). In diesem Fall seine Aushilfssekretärin Robin

5. Es kommen nur die zu Anfang eingeführten Personen als Mörder in Betracht.

6. Der Detektiv untersucht den Hergang, forscht nach dem Motiv und der Tatwaffe, befragt die Zeugen und bereitet die Überführung des Täters vor.

7. Die Kunst des Rätselkrimis ist es, am Ende eine für den Leser überraschende Lösung zu präsentieren. Der Leser soll durch gezielte Hinweise auf eine falsche Fährte gelockt werden, um am Ende von der Genialität des Detektivs überzeugt zu werden. (Quelle: krimischule.de)

Die Geschichte, der logische Aufbau, die klare Sprache und die überraschende Wendung am Schluss machen diesen Roman zu einem kurzweiligen und entspannten Leseerlebnis.

Ein Burner ist der Roman allerdings nicht. Soll er glaube ich auch gar nicht sein. Er ist ein vorsichtiger Versuch einer Frau, die quasi über Nacht Bestsellerautorin wurde, sich durch die Aneignung von Handwerkszeug langsam als Schriftstellerin zu entwickeln und ein anderes Genre auszuprobieren. Also schön: Fein gemacht. Beim nächsten Mal aber bitte mehr Mut, mehr Schwung und mehr Fantasie darfs auch sein – muss ja nicht direkt in Zauberei ausarten.

Ein zweiter Roman mit Detektiv Cormoran Strike ist wohl schon vollendet und soll 2014 herauskommen. Ich bin gespannt, wie sich die Romanreihe und Frau Rowling mit ihr entwickelt.

Dass J. K. Rowling hinter dem Pseudonym Robert Galbraith steckt, kam schon recht bald heraus. Was meint ihr – hat der Verlag das absichtlich ausgeplaudert, um den Verkauf anzukurbeln ?

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